«Chasch nid immer en Lätsch schniide»
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Zivilschutzwoche 2019

Die Leitung der Aktivierung begann die Vorbereitungen für die Projektwoche «Zivi-Woche 2019» bereits im Frühling 2018. Die Projektwoche, welche im September 2019 stattfand, bot unseren Bewohnenden die Möglichkeit für ausserordentliche Aktivitäten oder Ausflüge. Um eine optimale Betreuung zu gewährleisten, unterstützten uns deshalb 15 Zivilschutzdienstleistende. Bereits im Vorfeld wurde in den verschiedenen Aktivierungsprogrammen mit den Bewohner*innen Plakate und Dekorationsmaterial für die verschiedenen Tagesthemen gestaltet. 

Das Angebot für die Bewohner*innen umfasste eine breite Palette an Vorträgen, Ausflügen und Konzerten. Die Woche startete am 23. September 2019 morgens mit dem Vortrag der Küng Kaffee-Rösterei aus Winterthur. Seit bald 100 Jahren steht Küng Kaffee für Kaffeequalität, weshalb auch das Café Urban auf das regionale Familienunternehmen zurückgreift. Hans Küng-Tourret, aus der 3. Generation des Unternehmens, stellte die traditionsreiche Firma und den Prozess des Kaffeeröstens vor. Nach dem spannenden Einblick in die Kaffeewelt, wurde der feine Küng-Kaffi im Restaurant verköstigt.

Am Nachmittag wurde durch unseren Geschäftsführer Marc Basler das Wochenprogramm den Bewohner*innen vorgestellt und die Herren des Zivilschutzes wurden freudig begrüsst. Ein grosses Plakat, welches in der Aktivierung im Rahmen der Aktivierungstherapie mit den Bewohner*innen gestaltet wurde, wies auf das Tagesprogramm, dem Kulturkaffee hin. Stilvoll, auf weiss gedeckten Tischen, wurde Wienerkaffee, Scones, Muffins und Shortbread kredenzt. Gemütlich wurde zusammen «käffelet» und am Kuchenbuffet «gschneugget».  Auf der Pflegewohngruppe wurden die Bewohner*innen durch das Aktivierungsteam mit dem «Kaffiwägeli» besucht. Ganz dem Anlass entsprechend wurde der Kaffee im alten Porzellangeschirr aus Grossmutters Zeiten serviert und liess nostalgische Erinnerungen aufkommen.

Thementag
Thementag
Thementag
Thementag
Das grosse Tierplakat mit dem gemalten Zebra deutete bereits am frühen Dienstagmorgen das Thema des Tages an: «Einen Tag rund um das Tier». Einige Bewohner*innen reisten mit den Mitarbeiter*innen der Pflege und der Aktivierung, sowie 10 Zivis per Car in den Zoo Zürich. Das Wetter etwas durchzogen konnten die Regenschirmen dennoch versorgt bleiben. Gut gelaunt marschierte die Gruppe zum Themenpark Australien, wo die Wallabys, eine kleine Känguru-Art, bestaunt wurden. Im Elefantenhaus am anderen Ende des Zoos liess sich das Elefantenbaby Ruwani für einen kurzen Moment blicken. Ein Bewohner liess es sich nicht nehmen, die Tiere ganz genau per Feldstecher zu beobachten. Bei einem feinen Mittagessen im Restaurant Altes Klösterli konnte man sich über die gesehenen Exoten austauschen, bevor es dann weiter zur Masoala-Halle ging, wo Rotstirnmaki, Rote Varis, Riesenschildkröten, Chamäleons, Madagaskar Drongos, Mähnenibis, Madagaskarweber, Flughunde, Geckos und exotische Pflanzen bestaunt wurden. Die Bewohner*innen genossen diesen Tag mit vielen Eindrücken. Sie waren über den Zoobesuch begeistert und doch hinterliess der anstrengende Tag, mit viel Bewegung und den feuchten Temperaturen in der Masoala-Halle, vereinzelt ihre Spuren.

Für die daheim gebliebenen Bewohner*innen wurde um 09.30 Uhr Unterhaltung mit Ruedi Plattner, Naturfilmer aus Leidenschaft, geboten. Ruedi Plattner ist bereits seit 40 Jahren mit Herzblut in der Tierwelt unterwegs und hat unzählige Tierdokumentation gedreht. Die Bewohner*innen konnten alles über die bedrohten Primaten – Orang Utans, Schimpansen und Berggorillas erfahren.

Die Beziehung zu Tieren und der Kontakt zur Natur entspricht einem ursprünglichen und elementaren Bedürfnis vieler Menschen. Der Verein «Leben mit Tieren im Heim» fördert diese Bedürfnisse gezielt und bringt Tiere für einen Moment in den Mittelpunkt von den Bewohnenden. Frau Hotz und Frau Feurer besuchten uns mit ihren tierischen Mitarbeitern: sechs Meerschweinchen und sieben verschiedene Hühner und einen prächtigen «Güggel». Zusammen mit den Bewohner*innen wurden die Gehege für die Tiere aufgebaut. Danach durften die Meerschweinchen und die Hühner mit artgerechter Nahrung gefüttert werden. Da alle Tiere sehr zutraulich sind, konnten diese von den Bewohner*innen auch berührt und gestreichelt werden.  Zur Freude der Besucher gab der «Güggel» zu guter Letzt ein regelrechtes Konzert mit seinen kräftigen «Kikerikiii-Rufen».

Nachmittags verbrachten die Bewohner*innen und die Zivis einen gemütlichen Nachmittag mit Gesellschaftsspielen, spannenden Lebensgeschichten und Gesprächen, abgerundet mit Glacestängeli und Popcorn, welches das Sekretariatsteam auf allen Etagen verteilte. Eine weitere grosse Freude war die Hundevisite. Cornelia Stutz vom Aktivierungsteam war mit vier Hunden, der Rasse Tibet-Spaniel, im Haus unterwegs und besuchte die Bewohner*innen auch auf ihren Zimmern. Der ältere Rüde Qui De ist oft ihr im Altersheim unterwegs und ist sehr erfahren im Umgang mit den Bewohner*innen. Die Vierbeiner sind bei den Bewohner*innen gern gesehen und wurden intensiv flattiert. Ein spezielles Highlight war die kleine, nur 2,5 kg schwere Hündin Gandala, welche sich sehr gerne den Bewohner*innen auf den Schoss setzte und gestreichelt werden konnte.

Der Mittwoch stand ganz im Rahmen der Musik – zur Dekoration wurden die Räume mit selbst gestalteten Notenschlüsseln verziert. Am Morgen wurde zusammen mit den Zivis gesungen und um 10.45 Uhr begann das Alphorn-Mattinée. Die Bewohner*innen konnten das Konzert der Alphornvereinigung Mörsburg auch vom Balkon aus verfolgen und lauschten den urigen Klängen des Alphorns. Nach dem Konzert konnte man sich auch selber im Alphorn blasen versuchen, was zum einen oder anderen Lacher führte, denn - einem Alphorn einen sauberen Ton zu entlocken ist eine kleine Herausforderung.

Eine schöne Abwechslung brachte die Clownin Lisa Bögli ins Haus und sorgte mit ihrem Humorbesuch bei den Bewohner*innen für ein Lächeln oder Strahlen im Gesicht. Nur mit einer roten Nase und zerzaustem Haar ausgerüstet, ging sie auf die Menschen zu und brachte sie mit Puppen, Marionetten und ihrem eigenen Humor zum Lachen. Mit ihrer offenen und ehrlichen Präsenz sorgte sie für entspannende Momente bei den Bewohner*innen – sie begleitete diese z.B. auf eine imaginäre Reise nach Paris oder schwelgte mit ihnen in Erinnerungen vergangener Tage.

Nachmittags besuchte uns Frau Goetz mit ihren Flötenschülerinnen, welche ein bezauberndes Konzert für die Bewohner*innen spielten und um 15.00 Uhr begeisterte die Appenzeller Musik die anwesenden Besucher mit fröhlichen Liedern. Aufmerksam wurde gelauscht und im beschwingt im Takt mitgewippt.

Einige Bewohner*innen liessen den musikalischen Trubel jedoch aus und genossen im Freien die warme Herbstsonne. Draussen vernahm man lautes Hufgeklapper und zwei stattliche Pferdegespanne mit Gesellschaftswagen warteten auf die Bewohner*innen. Einer der Gesellschaftswagen ist behindertengerecht gebaut und so konnten auch die rollstuhlgängigen Bewohner*innen die Ausfahrt geniessen. Der durch den Umbau schwerere Wagen wurde von drei Pferden gezogen, welches eine seltenere Art der Einspannung und prächtig anzusehen ist. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Zivis gelang der Einstieg für unsere Bewohner*innen auf die zwei Gesellschaftswagen mühelos. Die Ausfahrt führte durch Seen und die nähere Umgebung und alte Erinnerungen wurden wach. Auf dem einen Wagen wurde sogar gesungen und eine heitere Stimmung herrschte. Unterwegs gab es eine kurze Pause, damit die Pferde sich etwas ausruhen konnten. Die Ausflügler unterdessen genossen die Pause mit Getränken und feinen Biberli. Danach ging es im flotten Trab zurück in St. Urban.

Der Donnerstag stand unter dem Motto «Wald». Auch an diesem Tag war uns Petrus wohlgesonnen, das Herbstwetter präsentierte sich wunderbar und der Tag wurde genutzt um mit den Herren des Zivilschutzes gemütliche Spaziergänge oder nochmals eine Kutschenfahrt zu unternehmen. Der Mehrzweckraum wurde ganz nach dem Motto «Wald» mit selbst gestalteten Waldtieren, Pilze und Bäumen dekoriert. Es wurde Waldkaffee und Bowle ausgeschenkt und hausgemachter Baumstamm-Kuchen serviert.
Abschiedsfoto

Freitag – Chilbi im St. Urban, Büchsengeklapper, Gelächter, Drehorgelmusik, Magenbrot und gebrannte Mandeln... welch buntes Treiben! Das Foyer des St. Urban verwandelte sich in einen Chilbiplatz. Das Küchenteam bereitete im Freien auf dem Grill Bratwürste zu und so wurde man durch den feinen Bratwurstduft nach draussen gelockt. Die Stimmung an der Chilbi war heiter und so mancher Treffer beim Büchsenschiessen wurde erzielt. Das angebotene Magenbrot und die gebrannten Mandeln aus der hauseigenen Küche kamen bei den Chilbibesuchern*innen sehr gut an und weckte Erinnerungen an vergangene Zeiten.

Für die Bewohner*innen auf der Pflegewohngruppe, welche nicht an den Aktivitäten teilnehmen konnten, wurden die Tagesthemen durch das Aktivierungs– oder das Sekretariatsteam nähergebracht. Sie wurden im Aufenthaltsraum oder in ihren Zimmern besucht und so kamen auch sie in den Genuss der täglichen Spezialitäten und Süssigkeiten.

Die Woche mit den Zivis verging wie im Flug und am Freitagnachmittag hiess es bereits wieder Abschied nehmen von den charmanten Zivilschutz-Herren.

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei allen Mitwirkenden für die Teilnahme bedanken – ohne deren Einsatz wäre diese Woche nicht realisierbar gewesen! Es war eine Freude zu erleben, wie die Bewohner*innen die verschiedenen Angebote und Ausflüge nutzten, um sich eine kleine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Seien Sie gespannt auf die Zivi-Woche 2020 - diese ist bereits in Planung!